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Zunächst mal frohe Weihnachten an alle Mitleser! Wir hatten einen schönen Heiligabend, der aber etwas anders verlief als geplant… Eigentlich wollten wir ja unser Weihnachtsessen auf den BBQ Grill legen, das Wetter war auch bis zum frühen Nachmittag richtig schön – sonnig, fast 30 Grad warm – aber pünktlich, nachdem wir alle Sachen eingekauft hatten, fing es an zu regnen. Der Regen wurde dann später noch zu einem kleinen Gewitter, so dass wir uns entschlossen, in der Hostelküche zu kochen. Was aber im Nachhinein auch sehr schön war, es gab Shrimps, Kängeruh, Hähnchen, jede Menge Salat und sogar Eier mit Kaviar! Dazu gemütliches Kerzenlicht, leckeren Wein und Whiskey von der Captains Creek Farm, schwedischen Julmust und Karaoke Entertainment gleich nebenan… Also wirklich etwas anders, noch anders als wir es uns vorgestellt hatten… Nach der Bescherung hatten wir dann auch noch künstlichen Schnee und Wunderkerzen
An der Stelle möchten Ute und ich uns nochmal ganz lieb für all die schönen Geschenke bedanken!
und zwar an der wunderschoenen Ostkueste Australiens! Die letzten Wochen in Red Cliffs waren ja nicht so erfolgreich fuer uns, viel langweilig und kaum Geld verdient. Eigentlich hab ich nur darauf gewartet endlich diese Reise zu beginnen und ich denke mal damit war ich nicht der einzige. Interessanterweise haben sich alle unsere Wege in Red Cliffs getrennt. Niclas hat uns Sonntag spontan Richtung Melbourne verlassen nachdem er festgestellt hat, dass er sich um einen Tag verrechnet hat. Mikael nahm Dienstagabend den Greyhound nach Sydney um Mittwoch seine Freundin vom Flughafen abholen zu koennen. Dann war Arne Mittwochabend an der Reihe, auch nach Melbourne und als letzter gings fuer mich dann einige Stunden spaeter nach Sydney.
Um von Red Cliffs nach Sydney zu kommen, hatte ich eigentlich nur 2 ernsthafte Alternativen, 1.“Greyhound“ Bus und 2. „Country Link“ Bus und Zug. Mit dem internationalen Studienausweis gabs „country link“ fuer 65 $, im Gegensatz zu 153 $ mit Greyhound. Da fiel die Wahl nicht schwer, auch wenn das bedeutete die Reise morgens um 3.40 zu starten. Leider fuhr der Bus aber nicht durch Red Cliffs, sondern durch Mildura. Mein Problem war also, wie kommt man mitten in der Nacht nach Mildura, wenn alle meine Reisekumpanen schon weg sind und alle anderen Hostelbewohner liebend gerne abends Bier trinken oder einen Joint rauchen? Oder auch beides. Aber zum glueck gibs ja Taxis… fuer laeppische 35-40 $ bringen die einen in die Stadt, das tut schon ein bisschen weh im Geldbeutel. Bevor ich das Geld ausgebe, wollte ich erstmal probieren per Anhalter zu fahren. Nur wer nimmt einen mitten in der Nacht in einem kleinen Kaff wie Red Cliffs mit? Erstaunlicherweise hatte ich nach hoechstens 10 min warten jemanden gefunden. Zwei Jungs, die grad von einer Party kamen hielten an und liessen mich einsteigen. Das Auto hatte nur Lautsprecher direkt neben meinen Ohren und die beiden mochten Techno und Hardcore… und zwar laut! Der Beifahrer konnte sich dann auch nicht zurueckhalten im Auto so gut es ging zu tanzen und aus dem Fenster Leuten zuzurufen, die nur er sehen konnte, waehrend der Fahrer versuchte neue Rekordzeiten aufzustellen. Vielleicht lag das an dem Joint, den die Beiden auf der Strecke geraucht haben.
Erstaunlicherweise kamen wir aber heil und sicher in Mildura an und ich konnte auf meinen Bus warten. Die naechsten 18 h waren vor allem lang und in Sydney bin ich ziehmlich schnell direkt ins Bett gefallen.
Am naechsten Abend gabs im Hostel ne grosse Weihnachtsparty, bei der sich viele Huete und Masken gebastelt haben, die dann Premiert wurde. Dazu gabs umsonst BBQ mit Salat, Keksen und Eis und Fruchtbowle. War insgesamt nen lustiger Abend, auch wenn ich am naechsten morgen um 5.00 Uhr aufstehen musste um den Bus nach Port Macquarie zu erwischen.
Aber es lohnt sich! Port Mcquarie ist ein kleiner Ort an einer Flussmuendung mit kleinem Hafen und vielen wirklich schoenen Straenden. Wir haben in einem Caravan-Park uebernachtet, der direkt am Wasser lag und in dem Backpacker sehr willkommen waren. Keine Spur von spiessigkeit. Gleich am ersten Abend konnten wir dann auch Delfine in der Flussmuendung beobachten, keine 30 Meter vom Ufer entfernt. Und Angler, was mich dann dazu bewegt hat mir eine Anglekarte und ein paar professionelle Tips zu besorgen. Und es hat tatsaechlich geklappt! Mit der unglaublich praktischen Handangel, die ich von Neel bekommen hab, konnte ich 4 Fische fangen. Keine Monster, aber interessante exotische. Ich werds weiterhin probieren.
An unserem 2. Tag haben wir dann das Koala-Hospital besucht. Das einzige weltweit. Dort werden Koalas nach Autounfaellen, Buschbraenden oder Hundeattacken wieder zusammengeflickt und aufgepaeppelt.
Danach gings zum Baden. Die Schweden wollten das gerne mit einem Kamelritt am Strand verbinden, aber zum glueck fuhr kein Bus mehr
Wir sind dann also zum dichtesten gelaufen und hatten wunderbare Badewellen und Aussichten auf dem weg zurueck.
Unser Bus nach Byron Bay ging abends um 9. Gerne waere ich noch ein paar Tage laenger geblieben, aber vielleicht ergibt sich das spaeter nochmal.
In Byron Bay angekommen, erreichte uns noch an der Bushaltestelle die erstaunliche Nachricht, dass unser gebuchtes Hostel von einem Hagelsturm zerstoert wurde… Zum glueck haben die Besitzer fuer alle Gaeste Plaetze in anderen Unterkuenften organisiert, so dass wir nun in einem sehr schoenen Hostel etwas ausserhalb des Ortes gelandet sind. Es liegt direkt im Eukalyptuswald, mit einem groesseren Teich im Garten, in dessen Mitte eine Insel als Campingplatz dient.
Wir haben einen Pool, Haengematten am Teich, viele grosse, leguanartige Echsen und einen Surfbrettverleih. Ziemlich spontan haben Niclas und ich dann heute auch einen 3 stuendigen Surfkurs morgen gebucht. Mal sehn, was passiert.
Soweit mein aktueller Stand. Da meine Finger jetzt weh tun hoer ich auf zu schreiben und geh wieder raus in die Sonne. Arne und Ute kommen in ca. 40 min hier an, die werd ich dann vom Bus abholen.
…und ein Weihnachtsgeschenk muss ich noch besorgen.
Also erstmal, viele Gruesse, Tom
Hallo zusammen! Ihr habt ja lange nichts mehr von uns gehoert, hier nun nach zwei Wochen Red Cliffs mal wieder ein kurzer Bericht, wie es uns hier so ergangen ist!
Um es erstmal kurz zusammenzufassen: Wir hatten uns mehr erwartet… Unser Plan, hier etwas Geld zu verdienen, ist ziemlich daneben gegangen. Das hatte mehrer Gruende, zum einen gab es nicht so viel zu tun wie wir gehofft hatten, zum anderen hat das Wetter dann auch nicht immer mitgespielt – bei Regen wurde nicht gearbeitet. Von der Bezahlung will ich gar nicht erst reden, nur so viel: In Deutschland haette fuer den Lohn keiner von uns gearbeitet… Wir durften die langen Reihen Weinplanzen mit einer Plastikplane abdecken, damit die Trauben in der Hitze nicht eingehen. Im Grunde haben wir nichts anderes gemacht, als Naegel in die Folie zu druecken, um die Plane an einem Kabel zu befestigen, dass entlang der Weinpflanzen gespannt war. Wenn ich drueber nachdenke, komme ich so auf 6 Arbeitstage, den Rest der Zeit haben wir hier irgendwie totgeschlagen… Was gar nicht so einfach war da man in diesem Ort eigentlich nichts anderes machen kann, als arbeiten… Die Highlights waren der (mighty) Murray, ein grosser und fuer die Region sehr wichtiger Fluss, an dem wir zweimal ( leider erfolglos) angeln waren; Das kleine Schwimmbad, von den Aussmassen mit dem in Sieverstedt zu vergleichen; Das Fernsehzimmer mit einer beachtlichen Auswahl an Filmen und natuerlich die Tischtennisplatte, wo vor allem Mikael und ich uns so einige heisse Duelle geliefert haben.
Uns bleibt hier leider viel negatives in Erinnerung, man musste der Arbeit und sogar dem verdienten Geld staendig hinterherlaufen (auf manches warten wir immer noch), von den versprochenen 6 Arbeitstagen die Woche und 8-10 Std am Tag haben wir nichts bemerkt… Letztendlich haetten wir dann wohl doch lieber noch zwei Wochen auf der Captains Creek Farm bleiben sollen, dort hatten wir es richtig schoen…
Mikael und Niclas sind schon in Sydney, bzw auf dem Weg dorthin, Tom folgt ihnen heute Nacht und ich mache mich in ein paar Stunden auf den Weg nach Melbourne, um Ute abzuholen
Und am 22. treffen wir uns dann alle in Byron Bay wieder! In Melbourne angekommen werde ich dann auch wieder ein paar Bilder hochladen, lohnt sich also bald mal wieder in der Galerie vorbeizuschauen!
Also, ich mach mich jetzt mal daran meine letzten Sachen einzupacken und dann nichts wie los, bin schon ganz ungeduldig und voller Vorfreude auf die naechsten Tage! Alles Liebe, Arne
Es gibt gute Neuigkeiten aus Down Under! Wir haben tatsächlich noch einen Job für die letzten zwei Wochen vor unseren Trips gefunden! Hatten die Hoffnung eigentlich schon fast aufgegeben, aber vorgestern Nachmittag, als wir gerade auf der Plantage am Unkraut zupfen waren, hat Niclas doch nochmal einen Anruf gemacht und Erfolg gehabt! Wir machen uns daher morgen auf den Weg nach Mildura bzw. Red Cliffs, eine fast achtstündige Busfahrt hinein ins Fruitpicker Paradies in Zentral Victoria. Was für Arbeit genau dort auf uns wartet, wissen wir auch noch nicht genau, das stört uns aber auch nicht wirklich, hauptsache Arbeit! Wir wissen aber schon, dass wir 8-10 Stunden am Tag und sechs Tage die Woche schuften dürfen. Da freut sich der Geldbeutel, gerade so kurz vor Weihnachten…
Dort im Hostel angekommen werden wir dann auch bestimmt die Möglichkeit haben, für euch ein paar neue Bilder von unserer so lieb gewonnenen Captains Creek Farm in die Galerie zu stellen. Werden den Abschied hier heute noch mit einem guten Essen und dem Rest vom selbstgebrannten Whiskey von Doug’s Schwiegervater feiern. Und dann ‘ran an die Arbeit!
