… bin ich nun wieder in Sydney gelandet und hab viel Zeit und billigen Internetzugang um wieder mal einen kleinen Zwischenbericht abzugeben.

Nachdem wir von Wellington aus mit der Faehre uebergesetzt haben, sind wir nach Nelson gefahren, um unseren Nationalparktrip zu buchen und zu planen. Wir haben uns schliesslich fuer 2 Tage Kayaktour ohne Fuehrer und anschliessender Rueckwanderung entschieden, denn frei wollten wir sein und moeglichst das Beste von Land und Seeseite erleben.
Das Wetter war auch trotz schlechter Vorhersage ziehmlich gut, leider mussten wir die Kayaks am zweiten Tag schon um 15 Uhr zurueckgeben, so dass wir den Tag nicht so entspannt angehen konnten. Darunter leidet der Spass mehr als ich gedacht habe, weil man sich immer beeilen muss und nciht einfach irgendwo mal anhalten kann, aber insgesamt war es eine sehr erfolgreiche Tour. Wir haben einige Seehunde in der Sonne doesen und um unsere Kayaks schwimmen gesehen und ich konnte mit der kleinen Handangel einen exotischen Fisch fangen (siehe Bilder). Abgesehen davon war die Landschaft mit den Straenden, Lagunen, Felsen und allgegenwaertigem Regenwald wirklich schoen und beeindruckend. Ich haette wirklich Lust eine laengere Tour in solcher Umgebung zu machen (vorher wuerde ich aber lernen Kayak zu fahren ohne eine Sehnenscheidenentzuendung im Handgelenk zu kriegen… :) ) Ich glaube, dies war aber auch der Ort, an dem wir das erste Mal bekanntschaft mit Massen von Sandfliegen machten. Ich hab die kleinen Biester am Anfang nicht so richtig ernst genommen, mit dem Resultat, dass ich am letzten Tag ungefaehr 80 wiederlich juckende Bisse an beiden Beinen hatte! (Von da an haben wir uns beinahe jeden Tag mit vermutlich hochgiftigem Insektenspray eingehuellt um diesem Schicksal zu entgehen.)

Nach diesem Nationalpark gings direkt weiter zum naechsten, „Nelson Lakes“. Es handelt sich um zwei groessere Seen umgeben von ner Menge hohen Bergen. Obwohl im Landesinneren erinnert die Landschaft etwas an Norwegens Fjorde und man kann viele verschiedene Wanderungen machen, von wenigen Minuten bis zu mehreren Tagen.
Da wir gerade erst gewandert waren, haben wir uns fuer ne einfache Bergbesteigung mit Hammeraussicht und anschliessendem wohlverdientem Pizzaessen entschieden (Bilder).

Das naechste Ziel war Kaikoura, der Ort an dem man mit Delfinen und Seehunden Schwimmen kann und der Weltberuehmt (oder vielleicht nur „Neuseeland-weltberuehmt“) ist fuer hervorragenden Lobster. Wie erwartet musste man fuer den Delfintrip weit im Vorraus buchen, was wir natuerlich nicht gemacht haben… Deswegen und wegen einem Leck in einer Kuehlwasserleitung am Auto blieben wir hier volle vier Tage.
Auf mein energisches Draengen hin erklaerten sich Niclas und Mikael schliesslich sogar bereit an einer Angeltour mit Boot teilzunehmen. Man bezahlte 70$ (klingt viel, isses aber wirklich nicht), trifft den einbeinigen, 7-fingrigen Skipper mit seinem Boot am Strand und los gehts. Bevor wir angeln konnten wurden einige Krebsfallen hochgeholt, uns wurde eine Seehundkolonie gezeigt, ein Zwergpinguin und Albatrosse (wirklich gross!).
Die Ruten und Koeder waren schon vorbereitet und wir mussten nur noch loslegen. Haben wir dann auch gemacht, nach einer Stunde angeln hatten wir dann fast 1,5 Kg Fischfilet zusammen und bekamen am Ende auch noch 3 Lobster mit auf den Weg (im Restaurant kostet einer zwischen 80 und 110 $). Das anschliessende Essen war auch eines der Besten was wir mit unserem Campingequipment je zubereitet haben und am naechsten Tag gabs auch noch Lobster auf Chiabatta mit frischem Salat und selbstgemachter Mayo-Sosse! Da kann man eigentlich schon nicht mehr von Backpackerleben sprechen.

Schliesslich konnten wir die Delfintour machen, wegen der wir ja eigentlich gekommen waren. Wieder einmal hatten wir verdammtes Glueck mit dem Wetter. Morgens um 5:30 wurden wir auf den Trip vorbereitet, in Neoprenanzuege gepackt und zum Boot gebracht. Weil es so perfekt Wolkenlos war konnten wir den Sonnenaufgang ueber dem Meer beobachten bevor wir auf Delfine trafen (nicht viele Leute auf der Welt koennen die Sonne frueher sehen als Neuseelaender). Die Delfine hatten grade gefressen und versammelten sich wieder zu hunderten in Kuestennaehe und wir wurden mitten rein gesetzt. Uns wurde gesagt, dass wir interessanter wirken, wenn wir unter Wasser singen und uns Delfinmaessig verhalten. Ich weiss nicht ob es wirklich geholfen hat sich beim schwimmen zum Affen zu machen, aber die Delfine kamen. Man konnte schon lange bevor man sie sah die typischen Geraeusche hoeren und sie kamen wirklich nan an mich heran. Ich haette sie sogar anfassen koennen, das moegen sie aber nicht, also hab ich mich damit begnuegt mit einzelnen im Kreis um die Wette zu schwimmen und ihnen tief in die Augen zu gucken. Auch wenns vielleicht etwas langweilig klingt, das war ne wirklich tolle Erfahrung, vor allem wenn man sieht wie perfekt sie sich im Wasser bewegen koennen und wie verdammt schnell die sind.
Waehrend des Schnorcheln konnte man uebrigens immer Massen an Krill unter sich beobachten. Direkt vor der Kueste Kaikouras gehts naemlich tief runter, ein 1500 m tiefer Graben ist nur 3 km von der Kueste entfernt. Und da kommen neben Pottwalen und Riesenoktopussen auch unglaubliche Mengen an Nahrung fuer Delfine vor.

Am selben Tag fuhren wir Richtung Westkueste und kreuzten in den naechsten Tagen die „Southern Alps“, eine 600 km lange beeindruckende Bergkette in der Mitte der Insel. In Greymouth buchten wir dann eine Gletschertour auf dem „Franz Josef“ Gletscher (benannt von nem Oestereicher). Die Tour ging morgens um 8 los und wir wurden mit warmen Jacken, Handschuhen, Muetzen, Wanderstiefeln und passenden Spikes ausgeruestet. So sah man schon ganz schoen professionell aus, auf dem Gletscher musste man das aber auch sein merkten wir dann spaeter. Wir stiegen „nur“ einige hundert meter auf den Gletscher hinauf, das dauerte aber einige Stunden. Unser Fuehrer hatte eine ziemlich grosse Spitzhacke und schlug immer wieder einige Stufen ins Eis um Waende hinauf- oder runter zukommen. Wir wurden sogar auch mit kleineren Eispicken ausgeruestet und konnten ein bisschen spielen. Die Tour ging 8 Stunden und das war auch gut so. Es gab wirklich viel beeindruckende Eisformationen zu sehen und zu erleben, die Zeit verging wie im Flug.

Am naechsten Tag war dann mein Geburtstag. Wie schon angekuendigt wollten wir ja noch einen Skydive machen und welcher Tag bietet sich besser an dafuer als dieser?! Im vorhinein wurde uns gesagt das Wetter am Fox Gletscher sei im Sommer zu 90% nicht geeignet fuer Fallschirmspruenge deswegen hatte ich schon Sorge es wuerde nichts mit meinem Geburtstagsgeschenk an mich… Aber wie so oft war uns (oder v.a. mir) das Wetter aeusserst hold und der Himmel war bis auf ein paar Schoenwetterwolken Sonnenklar! Beim Rollfeld angekommen (es war in Wirklichkeit nur eine Schotterpiste am Ende einer kleinen Scheune und einigen Campinganhaengern) wurden wir in ca. 10 min mit dem wichtigsten Verhaltensregeln belehrt und direkt ins Flugzeug gesetzt. Um hoch hinaus zu kommen, 12.000 Fuss, sind wir die ersten 20 minuten ueber den Gletscher und die angrenzenden Berge geflogen und hatten eine unglaubliche Aussicht. Die Reisehoehe war dann ueber einigen Wolken, so dass ich erst ueber und dann unter den Wolken fallen wuerde, das Beste wie mir mein Tandempartner versicherte. Und es war das Beste! Die ersten paar sekunden des freien Falls war ich schon etwas erschrocken, wenn man sich aber etwas entspannt ist es richtig geil! Man sieht die Wolken rasend schnell auf sich zukommen, dann macht es plopp und man sieht die ganze Landschaft unter sich. Und in meinem Fall konnte ich vom Ozean bis zu den Bergen gucken, mit Gletscher, Mt Cook und allem drum und dran. Ich glaub besser gehts wirklich nicht! Man faellt ueberwaeltigende 2,438 km in ca. 45 sek (!!!) bevor sich der Fallschirm oeffnet.
Zur Feier des Tages sind wir dann Abends, nach einem kleinen Geburtstagsbuffet am See, in Heissen Pools baden gegangen und haben den Abend dann mit Rum-Cola, Wein und Bier ausklingen lassen.

Die fahrt nach Christchurch am naechsten Tag war dann aufgrund der Kopfschmerzen nicht so angenehm, aber is ja auch schon wieder vorbei :) Nun bin ich also in Sydney, muss viel Geld zum Uebernachten bezahlen und werde mich so schnell wie moeglich um einen Job bemuehen. Drueckt mir die Daumen! Habe uebrigens Post bekommen und kann mich jetzt mit Weihnachtsschokolade vollstopfen :)

Achja; ich schreib mir hier nen Wolf und dabei weiss ich gar nicht obs einer ueberhaupt liest?! Ich wuerde mich echt ueber ein paar Kommentare freuen, dann hab ich sowas wie ne Rueckmeldung :)

Viele Gruesse nach Hause und viel Erfolg bei allen Klausuren!