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Also, wir haben alles gut ueberstanden, auch die letzten Kilometer bis Perth waren kein Problem. Dort sind wir dann in einem Hostel grade noch so untergekommen, sogar verschiedene Raeume mussten wir nehmen.
In Perth waren naemlich gerade die „Surf Lifesaving“ Meisterschaften fuer ganz Australien. Das heisst jedes eventuell verfuegbare Bett ist von Sportlern und Schaulustigen ausgebucht und an dem Strand an dem wir baden gehen wollten, konnte man hoechstens durch Menschenmengen schwimmen… Immerhin konnten wir aber auch australiens beste Lifesaver in aktion erleben. Besonders spannend war es mit anzuschauen, wie (oder viel eher ob) die Fuenfer-Ruderboote es hinter die 3 m hohen brechenden Wellen schaffen und falls, wie viele Leute sie beim wieder reinkommen verlieren. Auch die Einerkayaks waren diesbezueglich auesserst amuesant :)

Mein letzter Bericht ist ja leider etwas sehr kurz geraten, deshalb versuche ich hier nochmal ein paar vielleicht interessante Erfahrungen der letzten Tage einzubringen.

Also erstmal klingt es im Bericht ja so als wuerden wir mit einem Altherren Wohnmobil herumreisen. Das ist aber voellig falsch, wir hatten einen echt maennlichen Toyota Landcruiser! Das erklaert auch den bisher nicht naeher erwaehnten Spritverbrauch (so 18l /100km) der uns einiges gekostet hat (man mag sich gar nicht vorstellen wieviel Liter wir da ueberhaupt verfahren haben… )

Anfangs hatten wir uns auch darauf gefreut mal ein bisschen australisches Radio zu hoeren, Pop, Country, was auch immer, solange wir uns dabei wie echte Australier fuehlen. Leider mussten wir jedoch nach recht kurzer Zeit schon feststellen, dass statt Musik zu 90% nur Gerede gesendet wird, im Schlimmsten Fall konnten wir wirklich nur einen Sender Empfangen der ein Cricketspiel Live uebertragen hat.
Zum Glueck fanden wir einen Laden, der neben viel Ramsch auch billige CDs hatte. Die naechsten 8 Tage haben wir dann mit Elton John, Chuck Berry, Eric Clapton und wirklich sauschlechten Versionen bekannter Oldies mitgesungen. Zum Glueck konnte ich irgendwo in einem Outbackrastplatz noch eine „Best of Queen“ CD zwischen Countrymassen herausfischen.

Leider gibts noch eine schlechte Nachricht: es wird demnaechst keine Nachrichten von mir aus Australien mehr geben!
Ich habe mich naehmlich dazu entschieden nach Hause zu kommen. Am 4. April werd ich wieder in Hamburg am Flughafen sein. Dann kann ich sogar noch ein paar Veranstaltungen im Sommersemester mitmachen. Klasse.
Freu mich aber wirklich schon sehr darauf wieder nach Kiel zu kommen und Euch alle mal wieder zu sehen (wer liest das eigentlich ;)

Unsere letzten Tage in Australien verbringen Joanna und ich jetzt wieder im Hunter Valley, bei den Leuten wo ich schon nach Neuseeland zwei Wochen gewohnt und gearbeitet habe. Ausser uns sind hier noch 4 andere Wwoofer, alles Maedels :)
Hat so seine Nachteile,wenn im Fernsehen auf einem Kanal z.B.der Terminator kommt und woanders irgendein superkitschiger Film ueber die grosse Liebe, Intrigen und Leidenschaften kann ich eigentlich auch gleich ins Bett gehn. Naja, Fernsehen ist ja zum Glueck nicht alles wenn man hier ist.
Unsere Arbeit besteht im moment darin, ein von Termiten total zerfressenen Wohncontainer abzureissen. Mit Brechstange, Hammer, Schraubendreher und Stichsaege… dauert laenger als man denkt. Danach koennten wir auch einen neuen wieder aufbauen, aber dazu werden wir wohl nicht mehr kommen.

Haette eigentlich jemand gern ein original australisches Souvenier oder so? Sagt nur Bescheid, ich weiss naemlich echt nicht was ich mitbringen soll…

Also, wir sehn uns in zwei Wochen, stellt das Bier kalt!

…von Sydney nach Perth haben Joanna und ich jetzt fast hinter uns gebracht. Letzten Dienstag haben wir uns in Sydney ein Auto organisiert, welches die Mietwagenfirma aber gerne in Perth haette. Das Angebot war dann: bringen wir es in 10 Tagen dahin, zahlen wir nur einen Dollar pro Tag und bekommen auch noch einen 150 $ Tankgutschein!
Klingt nicht schlecht dachten wir uns. Ohne zu wissen um was fuer ein Auto es sich handelt und was die uebrigen Mietkonditionen sind haben wir angerufen und zugesagt. Es stellte sich heraus, dass wir leider noch ein Pfand von 1200 $ zahlen mussten. Dafuer gabs dann aber auch ein Luxuskreuzer!
Das groesste Auto, das ich jeh gefahren bin war kleiner als unseres :) 4,2 Liter Hubraum, fuenf ein halb meter lang und zwei ein halb hoch. Allradantrieb natuerlich (den man zum glueck aber nicht benutzen muss), Waschbecken und Kochplatten, ausklappbares Dach, Kuehlschrank, Geschirr, Besteck, Bettzeug, Handtuecher… also alles was man zum Leben braucht. Da der Motor gerne viel Diesel braucht hatte das Auto auch Sicherheitshalber zwei 90 l Tanks :)

Wir sind dann also los, jeden Tag so ca. 500 km weiter. Die Strecke ist ueber nur vier verschiedene Highways verbunden. Auf unserem Weg kamen wir auch wieder durch Mildura(…), haben an einem Tag New South Wales, Victoria und South Australia bereist und sind kilometerweit durchs Niemandsland gefahren. In South und Western Australia ging es lange Zeit durch eine Oede Baumlose Wueste. Der Highway fuehrt teilweise ueber 20-30 Kilometer ohne eine einzige kleine Kurve Geradeaus. Neben der Strasse liegen unzaehlige Kaenguruhskelette, ueberreste von den „Road Trains“. Diese Lastwagen sind bis 50 meter lang, haben drei Anhaenger und mindestens 9-12 Achsen und schleppen die unmoeglichsten Sachen quer durchs Outback. Von den Kaenguruhs werden dann die Adler angelockt, teilweise sahen wir 4 auf einmal neben der Strasse sitzen.
Auf den typischen gelben Schildern (kann jetzt erstmal leider keine Bilder hochladen) wird hier auch vor Kamelen und Emus gewarnt, leider haben wir nur zweimal Emus gesehen, Kamele und lebende Kaenguruhs sind uns nicht begegnet (noch nicht mal bei der Nachtfahrt).

Ich werd in den naechsten Tagen mal mehr schreiben, wenn ich mehr Zeit habe. Hier ist jetzt gleich schluss… also, schoene Gruesse erstmal
Tom

Hallo,

ja, ich weiss, ich hab nichts geschrieben und keine Fotos hochgeladen seit einiger Zeit. Aber ich hab auch nicht so viel spannendes erlebt mit dem ich hier angeben koennte ;)

In den letzten beiden Wochen war ich im „Hunter Valley“, Australiens beruehmtestem Weinanbaugebiet. Die Farm von der ich geschrieben habe war gar keine Farm, mehr ein ausgesprochen grosses Grundstueck mit kleinem Weinhuegel und viel Wald und Natur. Der Besitzer, Eden, hat sich um Ferienhaeuser in der Gegend gekuemmert, war also auch kein Farmer. Unsere Arbeit war dann zum Beispiel Pferde versorgen, Werkstatt aufraeumen, Zaun bauen und natuerlich die Ferienhaeuser saubermachen. An den Wochenenden hatten wir frei, so dass wir sogar bei einem Freund von Eden Weintrauben pfluecken konnten fuer 20 $/h. (Achso, wenn ich „wir“ schreibe, meine ich mich und die Schwedin die da auch gewwooft hat.)
Fuer unsere Arbeit wurden wir dann mit Fernseher, DVDs, riesiger Kueche und mehr Essen als wir verdruecken konnten belohnt.
In der zweiten Woche sind wir sogar mal nach Sydney zu Edens Tochter gefahren um ihren Garten in zwei Tagen auf Vordermann zu bringen. Da haben wir dann Abends Thailaendisch gegessen, mit einigen Bier und Tequilla und 7 Gerichten mit Vorspeisen fuer 5 Leute. Ich wurd echt verwoehnt!
Am besten hat mir das Crossmotorrad vom Sohn gefallen. Zwar nur 200 kubik, aber riesen Spass damit durchs Gelaende zu heizen.

Reiten musste ich natuerlich auch mal probieren, wenns schon Pferde da gibt…
Als Anfaenger hab ich natuerlich nicht „Warrior“ oder „Yankee“ gekriegt, sondern „Dancer“. Und Dancer war ein dickliches, stures und ununterbrochen furzendes Pferd. Er hat mich zwar nie abgeworfen oder einen Stunt probiert, wollte aber auch nie schnell laufen und liess sich auch nicht gern sagen wo es langgehen soll. Da bleib ich dann doch lieber beim Motorrad.
Auf dem grossen Grundstueck konnte ich zum ersten Mal wilde Warane (bis 2 m) beobachten und viele Wallabies und Kaenguruhs.

Seit Mittwoch ist Joanna jetzt hier und wir beurlauben Sydney im Moment. Plaene fuer die naechsten Tage haben wir noch keine, aber es wird wohl die Kueste hinauf gehn Richtung Brisbane.

viele Gruesse, Tom

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